Grundlagen der Blitztechnik
18. Mai 2008 von admin
Viele Besitzer von Digitalkameras - vor allem von digitalen Kompaktkameras - sind mit den Ergebnissen ihrer Blitzaufnahmen nicht zufrieden. Sie sind meistens zu dunkel und haben erhebliches Bildrauschen. Was sind die Ursachen dafür?
Leitzahl und Blitzreichweite
In fast allen Fällen wird die Reichweite des Blitzes überschätzt. Die Leistung des Blitzes wird mit der sogenannten Leitzahl angegeben. Diese Zahl sagt aus, wie viel Licht der Blitz abstrahlen kann. Die Leitzahl eines Blitzes wird meistens für die Empfindlichkeit ISO 100 angegeben. Verdoppelt sich die Empfindlichkeit, erhöht sich die Leitzahl um den Faktor 1,4. Nehmen wir an, die Leitzahl des Blitzes einer Digitalkamera beträgt 10, dann beträgt sie bei ISO 200 14 und bei ISO 400 20.
Die maximale Entfernung, in der das Motiv noch korrekt ausgeleuchtet werden kann berechnet sich wie folgt:
Entfernung = Leitzahl / Blendenwert
Beispiel 1
Wir fotografieren mit einer Kamera mit eingebautem Blitz, der Leitzahl 10 hat. Das Objektiv in dieser Kamera hat eine Lichtstärke von 2,8 (Weitwinkelstellung) bis 4,6 (Telestellung). Wollen wir Bilder in bester Qualität, müssen wir mit ISO 50 fotografieren, was die Leitzahl auf 10/1,4 = 7 reduziert. Im Weitwinkelbereich reicht der Blitz somit ca. 2,5 Meter, im Telebereich nur mehr ca. 1,5 Meter. Stellen wir die Kamera auf ISO 200 (das ist meiner Meinung nach die Schmerzgrenze), reicht der Blitz 5 m bzw. 3 Meter.
Diese Reichweite genügt für Bilder von einzelnen Personen oder von sehr kleinen Gruppen in kleinen Räumen. Sie haben allerdings so gut wie keine Chance, in größeren Räumen vernünftige Bilder zu bekommen.
Beispiel 2
Wir fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera mit externem Blitz mit Leitzahl 56. Die Empfindlichkeitseinstellung der Kamera ist ISO 400, womit sich die Leitzahl auf 112 verdoppelt. Verwenden wir nun Blende 5,6, so reicht unser Blitzgerät ca. 20 Meter weit. Damit lassen sich auch schon größere Hallen oder Kirchen vernünftig ausleuchten.

